Frauen mit ADHS erleben die Wechseljahre extremer – mit Folgen für Beruf und Privatleben
Wenn du Ende 30 oder Anfang 40 bist, ADHS hast und merkst, dass deine Konzentration einbricht, Du Deadlines kaum noch halten kannst oder deine Medikamente unberechenbar wirken: Das ist oft kein reines ADHS-Problem, Stress oder ein beginnendes berufliches Burnout, sondern die Folge des sinkenden Östrogenspiegels.
Da der Körper in dieser Phase hormonell bedingt weniger Dopamin aufnehmen kann, sind frühzeitige Aufklärung und eine Anpassung der Regulationsstrategien wichtig.
Eine schwedische Studie liefert nun konkrete Zahlen dazu, wie stark sich diese Phase bei Frauen mit und ohne ADHS unterscheidet. Während hormonelle Veränderungen bei Frauen ohne ADHS meist erst später spürbar werden, zeigt die Studie: Bei Frauen mit ADHS setzt die Perimenopause oft früher ein. Der Unterschied war in der Altersgruppe der 35- bis 39-Jährigen am deutlichsten. Frauen mit ADHS hatten hier bereits eine signifikant höhere Belastung durch perimenopausale Symptome als die Kontrollgruppe.
Frauen mit ADHS sind statistisch gesehen wesentlich häufiger von schweren Wechseljahresbeschwerden betroffen. 54,2 % der ADHSlerinnen berichteten von schweren Symptomen – im Vergleich zu 30,1 % der Frauen ohne ADHS. Psychische Symptome wie Stimmungsschwankungen oder Reizbarkeit erleben 58,6 % der ADHSlerinnen im Gegensatz zu 36,0% der neurotypischen Frauen. Hitzewallungen, Schlafstörungen und andere körperliche Symptome erleben 30,4% der ADHSlerinnen im Gegensatz zu 13,9% der neurotypischen Frauen.
Studienquelle: Lundin et al. – Perimenopausal symptoms in women with ADHD. (Präsentiert u.a. auf der British Menopause Conference).
