Warum hormonelle Balance unabdingbar für Deine Performance ist
Bei der Britischen Menopause Conference 2025 wurde eine Studie vorgestellt, die besonders interessant ist in Bezug auf Hormone und die Komorbidität Depression. Festgestellt wurde, dass bioidentische Hormone, die nicht oral genommen wurden, das Risiko für die Komorbidität Depression senken (Lundin 2023). Bedeutet: wer zum Beispiel in der Perimenopause ein Estradiol-Gel oder -pflaster nutzt, hat weniger Risiko, eine depressive Verstimmung zu erleiden.
Jedoch haben Frauen mit ADHS, die oral Hormone bekamen, ein sechsfach erhöhtes Risiko einer komorbiditären Depression im Vergleich zu Frauen ohne ADHS. Betroffen sind hiervon sowohl junge Frauen bei der Verhütung (kombinierte Mikropillen sowie reine Gestagen-Pillen) als auch Frauen in den Wechseljahren bei oralen Hormonersatztherapien. Bedeutet: die Pille oder andere orale Hormongaben können das Risiko für eine depressive Verstimmung erhöhen.
Warum das so ist? Der exakte neurobiologische Mechanismus wird noch erforscht; vermutet wird jedoch, dass die Metabolisierung in der Leber bei oraler Gabe hormonelle Schwankungen und Abbauprodukte erzeugt, die das ohnehin dysregulierte Dopamin- und Serotoninsystem von ADHSlerinnen massiv destabilisieren. Dazu passt auch – unabhängig von Depressionen – die Beobachtung in der Praxis, dass Gestagen-Gaben häufig mit der Verstärkung von ADHS-Symptomen und häufigeren Meltdowns bei AuDHSlerinnen einhergehen.
Studienquelle: Lundin et al. – Perimenopausal symptoms in women with ADHD. (Präsentiert u.a. auf der British Menopause Conference).
